14. Juni 2022 | Karin Roth | Alle Beiträge, Emissionen und Schadstoffe

Bodenbeläge nehmen einen großen Teil der Raumoberfläche ein und können – neben Möbeln, Wandbelägen und Wandfarben – zur Schadstoffbelastung in Innenräumen beitragen. Worauf sollte der gesundheits- und umweltbewusste Verbraucher achten? Und wie sieht es aus mit Umweltaspekten wie Ressourcenverbrauch, Lebensdauer oder Recyclingfähigkeit?


Bodenbeläge lassen sich unterteilen in:

  • elastische Bodenbeläge aus Polyvinylchlorid (PVC), Polyolefin, Kautschuk, Kork oder Linoleum
  • textile Bodenbeläge aus natürlichen oder synthetischen Materialien
  • harte Bodenbeläge aus Holz, Laminat, Naturstein oder Keramik

Grundsätzlich gibt es nicht „den“ empfehlenswerten Bodenbelag. Eine Gesamtbewertung, die eine Vielzahl von Gesundheits- und Umweltaspekten und zudem noch technische Aspekte (nicht alle Bodenbeläge sind z. B. für Feuchträume geeignet) berücksichtigt, ist kaum möglich. Aber es gibt einige Punkte, auf die kritische Verbraucher bei der Produktauswahl achten können.

Herstellung

Für die Herstellung von Bodenbelägen kommen die unterschiedlichsten Materialien zum Einsatz – auf Basis natürlicher, nachwachsender oder mineralischer Rohstoffe (z. B. Holz, Kork, Wolle, Naturstein) oder auf synthetischer Basis (z. B. verschiedene Kunststoffe). Am ressourcenschonendsten sind nachwachsende Rohstoffe – vorausgesetzt sie stammen aus nachhaltigem und regionalem Anbau. Nicht-erneuerbare Rohstoffe wie Kunststoffe werden meist aus fossilen und damit endlichen Quellen wie Erdöl produziert.

Viele Rohstoffe sind regional nicht verfügbar, zum Teil müssen sie über weite Strecken transportiert werden, was den Energieverbrauch erhöht. So werden beispielsweise Natursteine oft aus Ländern wie China, Indien, Südafrika, Brasilien oder Türkei importiert. Anders bei Hölzern für Dielen oder Parkett: Hier kann auch heimisches Holz – idealerweise aus zertifiziert nachhaltig bewirtschafteten Wäldern – eingesetzt werden. Kritisch dagegen kann die Verwendung von nicht-heimischen Holz sein wie z. B. Tropenhölzer. Hier sollte man auf eine Zertifizierung hinsichtlich des legalen und nachhaltigen Holzeinschlags (z. B. FSC) achten.

Nutzung

Während der Nutzung ist – neben den Gebrauchseigenschaften und der Lebensdauer – vor allem das Thema Schadstoffe relevant. Das Bauordnungsrecht sieht für nahezu alle Arten von Bodenbelägen eine vorgeschriebene Prüfpflicht für Emissionen (Ausdünstungen) von VOC vor. Die Anforderungen sind aber nicht allzu hoch. Die Lücke füllen freiwillige Umwelt- und Gesundheitslabel wie der Blaue Engel, natureplus oder das eco-INSTITUT-Label mit weitaus strengeren Schadstoff-Anforderungen.

Der Fokus der einzelnen Label ist dabei verschieden: So werden mit dem natureplus-Siegel beispielsweise ausschließlich Produkte mit einem sehr hohen Anteil an nachwachsenden oder mineralischen Rohstoffen ausgezeichnet. Das eco-INSTITUT-Label lässt dagegen auch Produkte aus synthetischen Materialien zu (bei Bodenbelägen darf der Anteil synthetischer Rohstoffe jedoch max. 50 % betragen) – vorausgesetzt, diese erfüllen die strengen Anforderungen an Emissionen, kritische Inhaltsstoffe und Geruch.

Entsorgung

Irgendwann muss jeder Bodenbelag erneuert werden – dann stellt sich die Frage der Entsorgung. Meist werden Bodenbeläge im Rest- oder Sperrmüll entsorgt und anschließend energetisch verwertet – d. h. verbrannt –, dabei sollten zumindest keine schädlichen Stoffe entstehen (problematisch sind hier beispielsweise Vinylböden auf Basis von PVC). In Ausnahmefällen ist auch eine stoffliche Verwertung (Recycling) möglich – z. B. bei Natursteinen.


Alle Schlagwörter zu dem Beitrag: Bodenbeläge, eco-INSTITUT-Label, Nachhaltig leben


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