Kennzeichnung für Produkte auf dem Markt des Vereinigten Königreichs


Der Brexit wirkt sich auch auf die CE-Kennzeichnung von Produkten aus: In einer Übergangszeit bis zum 1.1.2023 dürfen Produkte aus der EU, die auf dem britischen Markt verkauft werden, noch das CE-Zeichen führen. Danach ist nur noch das UKCA-Zeichen zulässig – das neu entwickelte britische Konformitätszeichen.

Mit dem Austritt Großbritanniens aus der EU verändert sich auch das Prozedere der Produkt-Kennzeichnung. Bislang galt auch für Großbritannien: Produkte, die innerhalb der EU

verkauft werden und für die eine EU-Produktnorm existiert (das gilt z. B. für Bodenbeläge), müssen die Anforderungen dieser Norm erfüllen – das wird mit dem CE-Zeichen bestätigt.

Statt der EU-Produktnormen gelten in Großbritannien nun sogenannte Designated Standards, die inhaltlich den harmonisierten EU-Produktnormen entsprechen. Gekennzeichnet wird die Einhaltung dieser britischen Normen mit einem neu entwickelten Konformitätszeichen – dem UKCA-Zeichen. Die erforderlichen Kontrollen und Prüfungen können – nach aktuellem Stand – ausschließlich britische Zertifizierungsstellen (UKCA Approved Bodys) durchführen. Ab 1.1.2023 ist eine Produktkennzeichnung nur noch mit dem UKCA-Zeichen erlaubt, das CE-Zeichen ist dann nicht mehr zulässig.

Am 20. Juni 2022 kündigte die britische Regierung eine Reihe von Änderungen an, die es den Unternehmen einfacher machen sollen, die neue Produktkonformitätskennzeichnung für die meisten in England, Schottland und Wales auf den Markt gebrachten Produkte anzubringen.

So heißt es in der Bekanntmachung der britischen Regierung auf www.gov.uk dazu:

Das UK Conformity Assessed (UKCA)-Zeichen ist eine obligatorische Kennzeichnung für bestimmte Produkte, z. B. Mobiltelefone, die die Konformität mit den Rechtsvorschriften Großbritanniens bestätigt. Die Unternehmen haben bis zum 1. Januar 2023 Zeit, die UKCA-Kennzeichnung, welche die nach dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union das CE-Zeichen sowie die umgekehrte Epsilon-Kennzeichnung ersetzt, anzubringen.

Die Kennzeichnung ermöglicht dem Vereinigten Königreich die Kontrolle über seine Warenvorschriften und die Beibehaltung unserer hohen Produktstandards.

Die neuen Maßnahmen

Um den Unternehmen die Einführung der UKCA-Kennzeichnung zu erleichtern, hat die Regierung heute die folgenden Maßnahmen vorgestellt.

Senkung der Kosten für erneute Prüfungen:

Alle Konformitätsbewertungstätigkeiten, die von EU-Stellen vor Ende 2022 durchgeführt werden, werden als Grundlage für die UKCA-Kennzeichnung im nächsten Jahr berücksichtigt. Entsprechende Rechtsvorschriften werden noch in diesem Jahr erlassen und ermöglichen es den Herstellern, das UKCA-Zeichen auf diesen Produkten anzubringen, ohne dass eine erneute Prüfung erforderlich ist.

Abschaffung der Notwendigkeit, bereits importierte Produkte erneut zu testen:

Dadurch können CE-gekennzeichnete Produkte, die bis Ende 2022 hergestellt und in das Vereinigte Königreich importiert werden, verkauft werden, ohne die UKCA-Anforderungen erfüllen zu müssen. Damit entfällt die derzeitige Notwendigkeit einer erneuten Prüfung und Zertifizierung von Produkten, die importiert werden, während das Vereinigte Königreich die CE-Anforderungen anerkannt hat.

Weitere Zulassung von Ersatzteilen für den britischen Markt:

Das Vereinigte Königreich wird weiterhin Ersatzteile auf dem britischen Markt zulassen, die dieselben Anforderungen erfüllen, die zu dem Zeitpunkt galten, als die ursprünglichen Produkte oder Systeme, die sie reparieren, ersetzen oder warten sollten, auf den Markt gebracht wurden. Dies wird dazu beitragen, Bedenken hinsichtlich der Verfügbarkeit von Ersatzteilen auszuräumen und sicherzustellen, dass Unternehmen und Organisationen Unterbrechungen ihres Betriebs vermeiden.

Ausweitung der Kennzeichnungsmaßnahmen:

Um es für Unternehmen billiger und logistisch einfacher zu machen, weiterhin Waren nach Großbritannien zu liefern, werden Rechtsvorschriften zur Ausweitung der derzeitigen Kennzeichnungserleichterungen eingebracht, die es ermöglichen, wichtige Informationen und andere UKCA-Kennzeichnungen mittels eines Aufklebers oder eines Begleitdokuments auf Produkten anzubringen.

Anerkennung historischer Prüfungen bei einigen Bauprodukten:

Hersteller von Bauprodukten nach dem AVCP-System 3 – wie Heizkörper, Dichtstoffe und Fliesenkleber -, deren Produkte vor dem 1. Januar 2023 von einer notifizierten EU-Stelle geprüft wurden, können ein UKCA-Zeichen erhalten, ohne dass eine erneute Prüfung durch eine vom Vereinigten Königreich zugelassene Stelle erforderlich ist.

Weitere Informationen

Unternehmen können den vollständigen Leitfaden der Regierung auf GOV.UK einsehen.


Diese Maßnahmen gelten unter anderem für folgende Wirtschaftszweige

  • Aerosole
  • Elektrik und Elektronik
  • Geräte für explosive Atmosphären
  • Pyrotechnik
  • Gasverbrauchseinrichtungen
  • Aufzüge
  • Maschinen
  • Ausrüstung für den Außenbereich
  • persönliche Schutzausrüstung
  • Spielzeug
  • Druckgeräte
  • zivile Sprengstoffe
  • Sportboote

Es gibt unterschiedliche Vorschriften für:

  • medizinische Geräte
  • Bauprodukte
  • Seilbahnen
  • ortsbewegliche Druckgeräte
  • unbemannte Luftfahrtsysteme
  • Eisenbahnprodukte
  • Schiffsausrüstung

Quelle: https://www.gov.uk/government/news/government-to-make-it-simpler-for-businesses-to-apply-new-product-safety-markings


Alle Angaben ohne Gewähr; zuletzt aktualisiert: 15. Juli 2022

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HINWEIS!

Alle Konformitätsbewertungstätigkeiten, die von EU-Stellen vor Ende 2022 durchgeführt werden, werden als Grundlage für die UKCA-Kennzeichnung berücksichtigt. Entsprechende Rechtsvorschriften werden noch in diesem Jahr erlassen und ermöglichen es den Herstellern, das UKCA-Zeichen auf diesen Produkten anzubringen, ohne dass eine erneute Prüfung erforderlich ist.

Außerdem können CE-gekennzeichnete Produkte, die bis Ende 2022 hergestellt und in das Vereinigte Königreich importiert werden, verkauft werden, ohne die UKCA-Anforderungen erfüllen zu müssen. Damit entfällt die Notwendigkeit einer erneuten Prüfung und Zertifizierung von Produkten, die bis dahin importiert werden, da das Vereinigte Königreich die CE-Anforderungen anerkannt hat.

Das eco-INSTITUT kann leider keine offizielle UK-approved body werden, da nach derzeitiger Vorgabe nur Stellen mit Sitz und Prüftätigkeit in Großbritannien anerkannt werden. Da wir europäisch notifizierte Stelle sind, können unsere Messungen gemäß o.g. Regelung aber mindestens bis Ende 2022 für das Inverkehrbringen in Großbritannien genutzt werden. Nach diesem Zeitpunkt können jedoch UKCA Zertifizierungsstellen in GB im Rahmen derer Bewertung und Ermessen ggf. weiterhin unsere Prüfberichte anerkennen. Hier finden Sie anerkannte UK conformity assessment bodies für Bauprodukte: UK Market Conformity Assessment Bodies – GOV.UK (www.gov.uk).

Für Fragen stehen wir gerne zur Verfügung. Bitte beachten Sie, dass wir im Rahmen der Produktbewertungen Prüfstelle für Emissionsprüfungen sind (z.B. Formaldehyd, VOC).


Für die Anforderungen des CE-Zeichens können vom eco-INSTITUT* folgende Produkte geprüft werden:

Bauprodukte


*Das eco-INSTITUT ist notifiziert nach Verordnung (EU) Nr. 305/2011 (EU-Bauproduktenverordnung)

Kennnummer: 2097

EUROPA – European Commission – Growth – Regulatory policy – NANDO

Prüflabor für wesentliche Merkmale (testing laboratory for cases of essential characteristics)

gemäß Anhang V Nr. 3 für Emissionen von gefährlichen Stoffen (emissions of dangerous substances) nach Spezifikation EN 16516

Prüflabor für AVCP-System 3

gemäß Anhang V Nr. 2 (3) für Produkte der

  • EN14041:2004 Elastische, textile und Laminat-Bodenbeläge
  • EN 14342:2013, Holzfußböden und Parkett – Eigenschaften, Bewertung der Konformität und Kennzeichnung

Das eco-INSTITUT ist Prüflabor und Ansprechpartner für:

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